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Vom Wind und vom Regen

Foto - Siho Kim
Siho Kim | Foto: unbezeichnet

Siho Kim, dessen Werk »Windböe« beim ausgelobten Call for Scores erfolgreich war, wurde 1987 in Südkorea geboren. Durch ein Begabtenförderungsprogramm im Gymnasium fand er im Alter von 15 Jahren den Weg zum Komponieren. 2014 absolvierte er das Bachelorstudium Komposition an der Kunstuniverstät Chu-Gye in Seoul. Während des Studiums hat er den ACL-Korea Kompositionwettbewerb gewonnen, sein erfolgreiches Stück wurde beim internationalen ACL-Musik-Festival in Singapur aufgeführt. Seit 2015 studiert Siho Kim an der Kunstuniversität Graz das Masterstudium Komposition bei Gerd Kühr. Über sein Stück »Windböe« schreibt der Komponist:

Der Wind weht zu 99 Prozent horizontal, nur 1 Prozent der Windbewegung verläuft vertikal. Durch diese Inspiration wurden ein paar Materialien ausgewählt und die gesamte Struktur entschieden. […]

Neben dem Werk Siho Kims präsentiert das ensemble plus bei seinem morgigen Konzert auch Richard Dünsers »Landschaft mit Regenbogen« in der Fassung für Kammerensemble. Dabei wird der Komponist auch als Dirigent seiner eigenen Komposition zu erleben sein. Über sein Stück schreibt er:

Das Werk bezieht sich u.a. auf das gleichnamige das Bild „(Dunkle) Landschaft mit Regenbogen“ von Caspar David Friedrich, das Bild „Die Rückkehr der Jäger“ von Pieter Breughel, das Gedicht „De Profundis“ von Charles Baudelaire (in der kongenialen Übersetzung von Stefan George), sowie den Anfang der Erzählung „Lenz“ von Georg Büchner. […] Bilddetails […] Assoziationen zum Bild – gemutmaßte Erinnerungen an nicht im Bild sichtbare Ereignisse […] werden dabei in musikalische Metaphern, Bilder, Stimmungen und „Landschaften“ transformiert, die sich in eine musikalische Gesamtdramaturgie einordnen […]

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Le weekend

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Nos Incogniti | Foto: Martin Guevara Kunerth

Was steht bei Ihnen samstags am Programm? Wenn Sie noch nicht vollständig verplant sind, empfehlen wir einen »wilden Mix aus zeitgenössischer Musik mit Elementen aus Rock, Trash, Noise, Elektronik unter Einbeziehung von Videos und Theaterelementen. Ein Konzert zwischen allen Stühlen.« Diesen hat der Komponist Denovaire für das Ensemble szene instrumental entworfen, das dessen Werk dystopian pleasure II am 5. Mai ab 20:00 Uhr im kultum [im Franziskussaal] präsentiert.

szene instrumental ist seit 1995 fixer Bestandteil der Grazer Neue Musik-Szene. Das Ensemble rund um den Dirigenten Wolfgang Hattinger versteht sich insbesondere als Vermittler ausgefallener Programme und baut auch immer wieder spartenübergreifende Projekte in seine Agenda ein.

Im Anschluss an das Konzert im Franziskussaal lässt das junge Trio Nos Incogniti den Abend im Cubus ausklingen. Oder so richtig heiß werden. Juan Pablo Trad Hasbun –  bass/guitar, Guillermo Villegas Aleman – drums und Yulan Yu, keyboards machen Musik, der sie selbst die Etiketten experimental, fusion, avant-rock, free-impro verleihen. Neue Musik auf Abwegen? Hören Sie selbst—feel free to love it.

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Cum grano salis

ljubljana-sujet_©Christoph Renhart
Ljubljana — Hauptstadt Sloweniens und Wirkungsstätte von Uroš Rojko. | Foto: Ch. Renhart

Die lateinische Redewendung »cum grano salis« bedeutet »mit einem Korn Salz« und geht auf Plinius den Älteren zurück. Der slowenische Komponist Uroš Rojko hat Gedichte seines Landsmanns Aleš Šteger mit dem selben Titel als Ausgangspunkt seines Werks CUM GRAO SALIS für Mezzosopran, Flöte(n), Gitarre und Schlagwerk genommen.

Am 2. Mai wird die Mezzosopranistin Barbara Jernejčič-Fürst das Werk beim Eröffnungskonzert unseres Festivals im Minoritensaal interpretieren. Neben zahlreichen Auftritten in renommierten Häusern und bei Festivals wie der Styriarte oder den Bregenzer Festspielen ist sie dem Publikum auch insbesondere durch ihre Liedprogramme bekannt, in denen sie regelmäßig Werke zeitgenössischer slowenischer Komponistinnen und Komponisten vorstellt. 2005 erschien eine Gesamteinspielung von Marij Kogojs Solo-Liedern mit Barbara Jernejčič-Fürst auf CD.

Auch am Programm des von der IGNM Steiermark veranstalteten Konzerts stehen FÜR AKKORDEON und PRAE-SENZ (Ballet blanc II) von Iris ter Schiphorst und zwei weitere Werke Rojkos.

Über PRAE-SENZ schreibt die in Wien lehrende Komponistin:

Es beginnt mit der Wiederholung
Dem Vatermord, der kein Ende hat
PRÉSENCE und ihr Double.
Ein ‘théatre de la cruauté’.
Das Nicht-Darstellbare.
Ballet blanc‘.

Um 19:15 findet zur Eröffnung ein ein Einführungsgespräch im Foyer des Minoritensaals statt.

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Spukgedichte

Foto: velvetlove.at
Klaudia Tandl, Mezzosopran | Foto: Maria Schnabl

Gedichte aus Richard Schuberths Roman Chronik einer fröhlichen Verschwörung hat die Wiener Komponistin Margareta Ferek-Petric in ihrem Werk Spukgedichte verarbeitet. Sie schreibt über ihr Werk:

Im Roman des österreichischen Autors Richard Schuberth schreibt Klara Sonnenschein Gedichte. Sie versetzt uns in eine Welt der Allmachtsphantasien, Phantomgesichtern und Enttäuschungen. Der Text ist eine Collage aus drei Gedichten, die musikalisch verbunden sind, doch trotzdem ihre Klanggesichter wechseln. […]

Den Solopart wird am 4. Mai im Minoritensaal Klaudia Tandl gestalten. Die Grazer Mezzosopranistin zählt zu den herausragendsten steirischen SängerInnen ihrer Generation. Einen besonderen Stellenwert in ihrem künstlerischen Schaffen nimmt das zeitgenössische Repertroire ein. So war sie letztes Jahr im Rahmen des musikprotokolls zu hören und reüssierte im Februar beim Grazer Schubertwettbewerb gemeinsam mit ihrer Liedbegleiterin Gisela Jöbstl.

Mit dem ensemble plus, das am 4. Mai auch Werke von Richard Dünser, Siho Kim, Gerald Futscher und Michael Floredo präsentieren wird, verbindet Klaudia Tandl eine enge Zusammenarbeit. Gemeinsam mit dem Ensemble trat sie beim Festival „Texte und Töne“ im Landesstudio Vorarlberg auf und war in der Reihe „Sul palco“ zuletzt im Vorarlbergmuseum in Bregenz zu Gast. Kommende Saison wird Klaudia Tandl mit dem Ensemble Kontrapunkte im Wiener Musikverein debutieren.

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CROSSTALKS

In electronics, crosstalk is any phenomenon by which a signal transmitted on one circuit or channel of a transmission system creates an undesired effect in another circuit or channel. Crosstalk is usually caused by undesired capacitive, inductive, or conductive coupling from one circuit or channel to another. [en.wikipedia]

Mit einem ganzen Reigen an Werken aus dem Feld der elektronischen Musik startet die Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik ihre neue Reihe CROSSTALKS. Wir freuen uns, dass das erste Programm mit Kompositionen von Marko Ciciliani, David Pirrò, Onur Dülger, Daniel Mayer, Veronika Simor, Katharina Klement, Alexey Retinsky, Matthias Kranebitter und Gabriele Proy Station im Cubus macht und Teil unseres Festivals ist. Als Instrumentalisten kann man die Flötistin Gobi Drab und den Klarinettisten Szilárd Benes am 3. Mai im Cubus erleben. Für Klangregie und Live Elektronik zeichnet David Pirrò verantwortlich.

Hier ein kleiner Vorgeschmack: »[…] Das östliche und westliche Verständnis von Tonhöhe wird vermischt: Hier das Um- und Einkreisen einer Tonqualität, dort das distinkte Treffen eines klar begrenzten Bereichs.« schreibt Katharina Klement zu ihrem Stück mihrab, wobei der Titel ihres Stückes dem Arabischen entlehnt ist und etwa »leere Nische« bedeutet.

Matters heißt eine Werkreihe des Grazer Komponisten Daniel Mayer. Dem Werkkommentar zu seiner fixed media Komposition Matters 1 stellt er ein Zitat von Gérard Grisey voran: »(…) unser Modell ist der Klang und nicht die Literatur, der Klang und nicht die Mathematik, der Klang und nicht das Theater, die bildenden Künste, die Quantenphysik, die Geologie, die Astrologie, die Akupunktur«. In einen kurzen Ausschnitt von Matters 1 kann man übrigens auf der Website des Komponisten hineinhören.

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Call for Scores: »Windböe« erfolgreich

Nicht nur der Titel verspricht poetische Anklänge: Siho Kims Werk »Windböe« beeindruckt durch eine klanglich farbenvolle und subtil nuancierte Textur, die großes handwerkliches Können und eine ideenreiche Klangvorstellung erkennen lässt. Wir freuen uns ganz besonders  auf die Aufführung dieses Werks, das 2015 für die Besetzung Flöte, Violine, Klavier, Bassklarinette und Cello entstand, im Rahmen des Festivals tonraum21 am 4. Mai durch das ensemble plus.

Der 1987 in Südkorea geborene Komponist absolviert derzeit sein Masterstudium Komposition bei Gerd Kühr an der Kunstuniversität Graz. Werke von Siho Kim wurden u.a. beim ACL-Korea Kompositionswettbewerb ausgezeichnet und waren unlängst im Wiener Musikverein in der Reihe Heigh.Class II zu hören.

Wir möchten uns an dieser Stelle aber auch sehr herzlich bei allen TeilnehmerInnen am Call for Scores bedanken. Die vielen interessanten Partituren dokumentieren eine herausragende Vielfalt und Vitalität des Musikschaffens in Graz. Wir werden uns fortlaufend darum bemühen, diesem musikalischen Reichtum ein Podium bieten zu können.

Willkommen!

Wir schreiben Anfang März 2018: Vor dem Beginn unseres neuen Festivals tonraum21 liegen noch knappe zwei Monate. In dieser Zeit, wollen wir Ihnen an dieser Stelle das Neueste und Aktuellste rund um das Festival verraten. Hier werden wir Ihnen sowohl einen ersten Vorgeschmack auf die Werke bieten, die Anfang Mai im Rahmen des Festivals zur Aufführung gelangen, als auch auf die KomponistInnen und InterpretInnen, die das Konzept tonraum21 zu einem lebendigen Fest der Neuen Musik machen werden.

Die ersten Konzertprogramme können Sie hier bereits unter KONZERTE finden. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Durchforsten des Festivalblogs und freuen uns, wenn Sie uns weiterempfehlen! (-;